• 9. April 2020

Interview mit Andre Achtermeier, Investment Director citadelle systems AG

Interview mit Andre Achtermeier, Investment Director citadelle systems AG

Interview mit Andre Achtermeier, Investment Director citadelle systems AG 1024 585 Goldkind

Andre, Du bist zuständig für die Unternehmenstransaktionen bei der citadelle systems AG. Wie merkst Du die aktuelle Corona Krise?

Wir merken die Krise recht deutlich. In den Gesprächen mit IT Unternehmern, die überlegen sich uns anzuschließen, herrscht eine große Verunsicherung. Aufträge sind momentan genug vorhanden und die Umsätze liegen bei vielen sogar über dem Plan. Dies ist aber bei vielen nur eine Momentaufnahme. Die Einrichtung von Home Office Arbeitsplätzen und Bestellung von Hardware, wie bspw. Webcams sind wohl der aktuellen Lage geschuldet.

Du sprachst von einer Momentaufnahme. Wie sieht es denn nach Corona aus?

Da gibt es klare Tendenzen. Unternehmen die vor der Krise schon auf „wackeligen“ Beinen standen, werden sicherlich nach der Krise stärker schwanken oder gar in die Insolvenz getrieben.Das liegt aus meiner Sicht aber vor allem an der Kundenstruktur der Systemhäuser. Die regionalen, kleinen Systemhäuser haben kleine, aber feine Kunden. Diese sind von der Krise aber leider auch am Stärksten betroffen. Der Markt wird sich folglich konsolidieren.

Verändert sich was bei Euch mit der Brille „Unternehmenstransaktionen“?

Ja. Durchaus. Wir schauen uns viel stärker die Kunden der Unternehmen an und bewerten die Langfristigkeit. Während man vor ein paar Jahren die Automobilindustrie als sichere Bank sah, würden wir heute eher absagen, wenn der Großteil der Kunden in diesem Bereich lagert.

Sind die Unternehmer derzeit für Transaktionen bereit? Oder warten die alle ab?

Das kann man so nicht pauschal beantworten. Wir stellen jedoch eine Zunahme an Gesprächsbereitschaft fest. Die Unternehmer sind durch die Krise wachgerüttelt und sehen durchaus, dass ein größerer Verbund wie die citadelle systems AG gerade in solchen Zeiten Halt und Sicherheit geben kann. Es wird nämlich nicht die letzte Krise sein und die Rezession hat gerade erst begonnen.

Zum Abschluss die Frage: Was sollten IT Systemhäuser jetzt konkret machen?

Mein Rat kann nur der sein, sich weg vom Einzelkämpfertum hin zum Verbund zu bewegen. Die Vorteile liegen auf der Hand… und eines davon ist: Wir bezahlen sogar Geld dafür. *lacht*